Don’t feed the troll

Wer kennt das nicht? Ein Artikel, eine (anfänglich) sachliche Diskussion. Schon bald kommen die ersten Beschimpfungen, sei es gegen AusländerInnen, FeministInnen, WählerInnen anderer Parteien, anderen Religionen, usw…. Die Onlineausgabe der Krone ist nicht davor gefeit (hätte auch niemand erwartet), doch auch Qualitätszeitungen wie etwa der Standard oder die Presse sind davon betroffen.

Diese Beiträge werden meist gezielt plaziert, um Diskussionen in Foren absichtlich zu stören bzw. um andere Diskussionsteilnehmer  zu provozieren. Wer dahinter steckt? Trolle – Menschen, deren Ziel es ist, die Diskussion zu stören und Aufmerksamkeit zu erregen. Ihre Beiträge finden sich in Blogs, Diskussionen, die auf Artikel von Onlineausgaben diverser Zeitungen folgen, in Chatrooms usw … Inhaltlich werden oft homophobe, rassistische, anti-feministische Meinungen verbreitet, oder es wird gezielt gegen gewisse Meinungen vorgegangen. Gerüchten zufolge sollen solche KampfposterInnen strategisch von Rechtskonservativen eingesetzt werden, um Meinungen zu kippen.

Das Projekt A Comment A Day wurde Mitte August, also kurz vor der Intensivphase des Wiener Wahlkampfs, gestartet. GründerInnen und UnterstützerInnen kommen aus dem grünen Umfeld (u.a. Birgit Hebein, Peter Kraus), gilt aber als übergeordnete Initiative. Die Idee stammt von der Bloggerin und Sozialwissenschafterin Jana Herwig. Ziel der Inititiative sei, „gegen rassistische, homophobe und diskriminierende Postings“ vorzugehen. Wie das funktionieren soll?? – DiskussionsteilnehmerInnen sollen einfach eine andere Richtung in Diskussionen bringen, weg von rassistischen Äußerungen, dabei aber sachlich bleiben. Stattdessen soll eine konstruktive Kommunikation möglich sein, die nicht durch Hassparolen gestört wird. Provokationen ignorieren statt darauf empört zu reagieren und die Trolle damit zu „füttern“, genau so sollen sie bekämpft werden – also nicht vergessen: „Don’t feed the troll“.

A Comment A Day ist auf Facebook gestartet, mittlerweile hat die Gruppe 582 Fans. Auf Twitter können Posts, die die Initiative unterstützen, mit dem Hashtag #acad gekennzeichnet werden. Auch Onlineausgaben diverser Zeitungen, etwa die des Standard, berichteten über die Initiative.

A Comment A Day ist mit Sicherheit eines dieser Projekte, die zwar im kleinen beginnen und auch dementsprechend wenig Reichweite haben, aber doch ein Schritt in die richtige Richtung sind. Auf jeden Fall beweist es, dass es Sinn macht, gegen Unrecht zu kämpfen, ohne von Anfang an aufzugeben, quasi nach dem Motto „Is eh scho wurscht“.

Für eine Zukunft, in der sogenannte Trolle in ihre Schranken gewiesen werden, in der Leute die Netiquette beachten, in der Meinungsfreiheit nicht dazu missbraucht wird, Hassparolen gegen Minderheiten oder Schwächere zu posten, in der Onlineforen wieder Niveau haben.

Dann, hoffentlich, sehen Trolle wieder so aus 🙂

Wer an der Initiative interessiert ist bzw. selbst aktiv werden möchte, hier einige Links noch einmal auf einen Blick:

Facebook Gruppe A Comment A Day

Jana Herwig, die die Idee dazu hatte

Twitter #acad

und: Trolle, bitte hier klicken

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